Meine Projekte


Am Wegesrand
Botanische Cyanotypien
„Öffne dein Ohr,
gib dich dem Schweigen der Blumen hin.“
— Onitsura
Diese Serie von botanischen Cyanotypien widmet sich den Wildkräutern, die am Wegesrand wachsen – Pflanzen, deren stille Schönheit oft unbemerkt bleibt. Ziel dieser Arbeit ist es, ihre feinen Details sichtbar zu machen und gleichzeitig ihre ökologische Bedeutung hervorzuheben. Diese Wildkräuter tragen zur Nährstoffbindung im Boden bei, dienen als Lebensraum für wichtige Insektenarten und sind ein Sinnbild für Resilienz in einer sich ständig verändernden Umgebung.
Die Cyanotypie, eine umweltfreundliche Technik, die ohne schädliche Chemikalien auskommt, ermöglicht es, die zarten Strukturen und die verborgene Stärke dieser Pflanzen auf nachhaltige Weise festzuhalten. So wird ihre Rolle im Ökosystem auf ästhetische und bewusste Weise betont.

Licht Und Zeit
Experimente mit Belichtungszeiten und Doppelbelichtung
Einer der faszinierendsten Aspekte der Cyanotypie ist die Ausdruckskraft der Belichtungszeiten. Durch das Experimentieren mit der Dauer der UV-Belichtung lassen sich Tiefe, Kontrast und Stimmung des Endbildes beeinflussen. Längere Belichtungen offenbaren oft feine Details und erzeugen ein kräftiges, sattes Blau, während kürzere Belichtungen zu weicheren, zarteren Tönen führen können. Die Schönheit der Cyanotypie liegt in ihrer Unvorhersehbarkeit – jedes Druckwerk ist eine einzigartige, greifbare Erkundung von Licht und Zeit.
Eine Doppelbelichtung geht über das bloße Kombinieren von zwei Bildern hinaus – sie ist das Verschmelzen von zwei Perspektiven, zwei Emotionen oder sogar zwei Zeiten. Durch die sorgfältige Auswahl von Motiven und Kompositionen können Geschichten geschaffen werden, die über einen einzelnen Moment hinausgehen. Die Überlagerung von Bildern fügt Komplexität hinzu und lädt den Betrachter ein, die Beziehung zwischen den Elementen zu erkunden. Es ist eine Technik, die die herkömmliche Erzählweise in der Fotografie infrage stellt und Türen zu neuen Interpretationen und visueller Poesie öffnet.

Blaue Leichtigkeit
Cyanotypien von und auf Blättern
In diesem Projekt verweben sich die Blätter der Bäume unseres Gartens – Walnuss und Haselnuss – mit den stillen Geschichten ihrer Bewohner. Wie zarte Erinnerungen sind die Cyanotypien ein Ausdruck des Miteinanders von Mensch und Natur, von Wurzeln und Flügeln.
Dank der quirligen Eichhörnchen, die Nüsse sammeln und das Leben der Walnussbäume forttragen, gedeihen hier unzählige Nussbäume. Die Rotkehlchen, die in den Zweigen der Haselnüsse ihr Zuhause finden, verleihen diesem Ort ihre Lieder. Diese Cyanotypien vereinen die fragile Schönheit der Blätter mit den Momenten des täglichen Lebens der Tiere, die diesen Garten zu ihrem Heim gemacht haben.
Jedes Blatt trägt eine Erinnerung, ein Flüstern des Lebens in den Zweigen, eine greifbare Verbindung zwischen Erde und Himmel, in der jedes Wesen seinen Platz findet.

Heimat
Autobiografisches Projekt
„Heimat“ ist eine Sammlung von Cyanotypien, die wie Postkarten aus den Orten meines Lebens wirken – von den Weiten Patagoniens, über die pulsierenden Straßen Córdobas, das lebendige Herz Barcelonas, bis hin zu den sanften Ufern von Meerbusch. Jeder Ort erzählt seine eigene Geschichte, flüstert Erinnerungen und trägt den Hauch von Abschied und Heimkehr in sich.
Diese Bilder sind Momentaufnahmen von Heimat, die sich im Wandel zeigt, aber doch immer wieder vertraut anfühlt. Sie fangen die leisen Töne der Vergangenheit ein, geprägt von Nostalgie und Sehnsucht. Mit jeder Cyanotypie versuche ich, das Gefühl festzuhalten, das man verspürt, wenn man an einen Ort zurückdenkt, der einst ein Zuhause war – die Art von Ort, die in uns weiterlebt, auch wenn wir längst weitergezogen sind.